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Modellbauernachwuchs - tierisch kreativ

Auszubildende an den Beruflichen Schulen Biedenkopf stellen Nisthilfen aus Holzbeton her.


Im Rahmen des Kunststofflehrgangs fertigten die angehenden Technischen Modellbauer des 2. Ausbildungsjahres an den Beruflichen Schulen Biedenkopf (bsb) Formen aus Kunstharz. Unterstützt wurde der Lehrgang durch die Fa. ebalta Kunststoff GmbH.

 

Für den Kunststofflehrgang bekamen die Auszubildenden einen Auftrag, wie er auch im täglichen Geschäft eines Modellbauers vorkommen kann. "Erstellen Sie einen Werkzeugsatz aus Kunstharz zum Herstellen einer Nisthilfe aus Holzbeton. Der Auftrag von Fachlehrer Karsten Christ war bewusst sehr offen gestellt. Die Auszubildenden sollten sich neben der zentralen Aufgabe der Kunstharzverarbeitung auch mit einem weiteren Sachgebiet beschäftigen. In diesem Falle der Biologie. Um zu entscheiden, wie eine Nisthilfe beschaffen sein sollte, mussten sich die angehenden Technischen Modellbauer intensiv mit den Bedürfnissen von verschiedenen Wildtieren vertraut machen. Sie konnten dabei selbst wählen, für welche Tierart eine Nisthilfe entstehen sollte. So wurden nicht nur verschiedene Nistkästen für Vögel sondern auch Behausungen für Fledermäuse, Igel, Haselmäuse und Insekten geplant und hergestellt.

 

Gut geplant ist halb gebaut

Schon während der Planungsphase unterstützte die Fa. ebalta das Vorhaben. Außendienstmitarbeiter Volker Dietz besuchte die Auszubildenden im Unterricht und gab Hilfestellung zur Auswahl geeigneter Kunstharze und zur Urmodell- und Formherstellung.

Eine weitere Vorgabe bestand darin, mindestens ein festes und ein elastisches Werkzeug herzustellen. So waren auch die Anforderungen an die Modelle unterschiedlich. Musste bei dem einen Modell mit Formschrägen gearbeitet werden, waren bei dem anderen auch Hinterschnitte ohne weitere Hilfsmittel entformbar. Ausgehend von diesen Planungen wurden sowohl an den Beruflichen Schulen Biedenkopf (bsb) als auch in den Ausbildungsbetrieben die Modelle für die Nisthilfen aus Kunststoffblockmaterial angefertigt.

 

Ran ans Werk

In einem zweitägigen Workshop gossen die Auszubildenden die Formen aus verschiedenen Kunstharzen. Auch hier wurden sie von Herrn Dietz und Herrn Carsten Giertz unterstützt. Mit enormem Engagement wurden die Gießvolumen bestimmt, Mischungsverhältnisse berechnet, Materialien abgewogen, vermischt und vergossen. Um ihre hoch gesteckten Ziele zu erreichen, arbeiteten die Auszubildenden teilweise ohne Pause.

Nachdem die Kunstharze vollständig vernetzt waren, ging es an das Entformen der Urmodelle. Hier zeigte sich, ob bei den Planungen und der Herstellung der Modelle alles Notwendige bedacht worden war. Nicht alle Modelle ließen sich ohne weiteres entformen. Dies sieht Fachlehrer Karsten Christ allerdings nicht als Problem an. Generell kann man aus solchen Fehlern sehr viel lernen. Wichtig ist es, immer den Fehler zu analysieren, eine Lösung für das Problem zu finden und sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen.

Um die Funktionalität der Formen überprüfen zu können, wurde im darauffolgenden Schulblock Holzbeton in die Formen gestampft. Holzbeton ist eine Mischung aus Zement, Wasser und Calciumchlorid. Er ist für die Nisthilfen besonders geeignet, weil er nicht verrottet und durch hohen Anteil an Holzspänen wärmeisolierend wirkt.

Schon wenige Tage später konnten die ersten Nisthilfen entformt werden.

Aus Fehlern lernen

Bei der Vielzahl der unterschiedlichen Nisthilfen war eine Bewertung anhand der gefertigten Bauteile schwierig. Außerdem waren die Schülergruppen sehr heterogen, da in den Lerngruppen die drei Fachrichtungen Karosserie & Produktion, Gießerei und Anschauungsmodellbau vertreten waren. Auch die betrieblichen Möglichkeiten bei der Herstellung der Modelle waren sehr unterschiedlich. Daher wurden die Formen und Nisthilfen nicht direkt bewertet. Zur Bewertung kamen eine Projektdokumentation und ein Fachaufsatz, die neben der praktischen Arbeit angefertigt werden mussten. Durch eine detaillierte Dokumentation der Projektarbeit konnten die Auszubildenden, auch wenn die Werkzeuge fehlerhaft waren, eine sehr gute Note bekommen, wenn Sie die Fehler sauber analysierten und Lösungswege aufzeigten. Bei dieser Form der Bewertung hatten alle Auszubildenden die gleichen Chancen, gute Noten zu erhalten.

 

Die Kooperation mit der Fa. ebalta besteht inzwischen seit dem Jahr 2000. Neben der fachlichen Beratung werden von ebalta alle Kunstharze und Hilfsstoffe kostenlos zur Verfügung gestellt. In den letzten 15 Jahren haben rund 670 Auszubildende im Technischen Modellbau von der Unterstützung durch ebalta profitiert. Von den Auszubildenden wird diese Unterstützung sehr positiv bewertet und zeigt sich auch in den Rückmeldungen an die Geschäftsleitung von ebalta.


 

Bewährte Zusammenarbeit

"Sehr geehrter Herr Neutzler,

wir bedanken uns bei Ihnen und Ihrer Firma recht herzlich für die Unterstützung beim Kunststofflehrgang in den Beruflichen Schulen Biedenkopf. Sie haben uns einen realitätsnahen und berufsorientieren Einblick ermöglicht, welcher nicht für alle von uns zum Alltag in unserem Berufsfeld gehört.Das von Ihnen gestellte fachkundige Personal stand uns jederzeit mit Rat & Tat hilfestellend zur Seite. Wir wurden sogar ermutigt, auch scheinbar unlösbare Probleme zu bewältigen. Wir wünschen uns für unsere Nachfolger einen ebenso durch Sie unterstützen Lehrgang und wünschen Ihnen und Ihrer Firma alles Gute.

Carolin Gross (Opel Rüsselsheim)& Maurice Nehls (Modellbau Georgi Berlin"