|, Pressemeldungen|„Kunststoffe für die neue Mobilität“ – Wissensforum der VDI

„Kunststoffe für die neue Mobilität“ – Wissensforum der VDI

Unter dem Motto „Kunststoffe für die neue Mobilität“ trafen sich in Stuttgart Industriepartner der Kunststoffbranche, um über Elektromobilität zu diskutieren. Veranstalter des „Wissensforums“ war der Verein der deutschen Ingenieure VDI unter der Leitung und Moderation unseres Produktmanagers Dipl. Ing. (FH) Hendrik Bobach.

Die Wandel im Straßenverkehr mit Elektrofahrzeuge, insbesondere die Aspekte „autonomes Fahren“ und „shared mobility“, konnten von Jonas Brüning, Volkswagen, direkt in einer visionären Präsentation für die zukünftigen Mobilitätskonzepte vorgestellt werden. Wenn die Elektrifizierung des Automobils der Trendlinie folgt wird dies zu einem deutlichen Umschwung im Gesamtbild des Straßenverkehrs führen, wobei sich das Ganze nicht nur auf Fahrzeuge beschränken, sondern die gesamte Infrastruktur betreffen wird.

Anschließend zeigte Werner Posch von der Firma Dräxlmaier wie sich die Anforderungen an die Bauteile bezüglich Flammschutz und Elektromagnetischer Verträglichkeit verändert haben, inklusive diverser Umsetzungen neuer Bauteile im Unternehmen.

Der dritte Vortrag des Tages kam vom Kunststoff Institut Lüdenscheid, bei dem Andreas Wortmann die mediendichte Herstellung von Mehrkomponentenbauteilen genauer erläuterte.

Im Anschluss berichtete Christian Gundelach, von der TH Braunschweig, von Untersuchen in Bezug auf die Langlebigkeit von Kupferspulenvergüssen. Hier werden vor allem Epoxidharzsysteme verwendet, deren Einsatzdauer und Qualität unter anderem abhängig von inneren Spannungen sind, welche zum Versagen der Matrix führen können. Die TH hat einen neuen Prüfkörper entwickelt, welcher schnell und kostengünstig eine Aussage zum Versagensfall liefert.

Dr. Stefan Theiler und Julian Haspel von Lanxess zogen in einem Tandemvortrag die Themenbereiche PA und PBT heran. Hier lag ein besonderes Augenmerk auf der Farbstabilisierung der Thermoplaste. Auch sind die Themen Wärme- und Elektrische-Leitfähigkeit der Materialgruppen im Bezug auf den Einsatz in E-Autos beleuchtet worden.

Ein weiterer Vortrag des Kunststoff Institutes Lüdenscheid ergänzte die Schwerpunkte der Konferenz, in welchem Thies Pithan über leitfähige Kunststoff referierte, mit dem Hauptaugenmerk auf Charakteristiken wie Wärmetransport, EMV, Flammschutz und elektrische Leitfähigkeit.

Toray Resin wurde von René Krämer repräsentiert, welcher dem Auditorium mit seinem Vortrag zeigte, wo sich die PPS Typen des Materialherstellers effizient im Bereich Hochvoltanwendungen etablieren lassen und welche Erfahrungswerte für den Einsatz technischer Thermoplasten in der E-Mobilität generiert wurden.

Den Abschluss von Tag eins der Konferenz bildete die Präsentation von Sebastian Heitkamp von der Fa. Cabot. Er berichtete über Hochleistungscompounds aus dem Unternehmen und welchen Stand die aktuellen Entwicklungstypen hinsichtlich elektrischer Leitfähigkeit und EMV einnehmen.

Der zweite Tag der Konferenz begann mit der Auswertung eines Brainstormings zum Vorabend. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe querdenkend an die Oberbegriffe „Autonomes Fahren“ und „Elektrifizierung im Antrieb“ heranzugehen. Das Ziel hierbei war es die Überbegriffe mögliche Anforderungen bzw. neue Herausforderungen für Mensch, Material und Maschine in einen Kontext zu bringen.

Dr. Thomas Wagner von UL in Krefeld startete dann die zweite Vortragsreihe, indem er über Anforderungsprofile für Kunststoffe berichtete, wie diese getestet werden und der damit verbundenen Abhängigkeit für die Materialentwickler. Weiterführend wurde die Frage gestellt in wie weit die aktuellen Prüfmethoden abgeändert werden müssen, um den neuen Standard E-Mobilität zu bedienen.

Die BASF wurde von David Vorgerd vertreten und ergänzt im Nachgang die Thematik mit Innovationen aus dem Bereich Sensortechnologie und betriebseigenen Materialtypen, welche momentan im elektrifizierten Antriebsstrang Anwendung finden.

Dr. Dagmar Koppler füllt im Anschluss die Lücke aus dem Sektor Thermoplastische Elastomere. Sie stellt die hausinternen Entwicklungen vor, welche sich stark mit dem Transport von Wärme und elektrischen Strom beschäftigen. Außerdem gab sie einen Einblick in die Funktionsintegration solcher neuen TPE Werkstoffe.

Nach den thermoplastischen Elastomeren standen noch Silikonwerkstoffe der Firma Momentive auf der Agenda. Heiko Bayerl präsentierte die momentanen Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen für Silikone im Bereich E-Auto.

Konsens der Veranstaltung war, dass sich viele Industriezweige mit noch unklaren Anforderungen aus den Bereichen Kriechstromfestigkeit und CTI (Comparative Tracking Index) befassen und hier klare Aufklärungsarbeit hinsichtlich sinnvoller Anforderungen und Umsetzungen geführt werden müsste. Positiv zu betrachten waren die reichhaltigen Kommunikationen in der Fragerunde nach den Präsentationen und die interessanten Konversationen während den Pausen.

Hendrik Bobach beendete die Veranstaltung mit dem Appell an den Wissensaustausch zwischen den einzelnen Industriezweigen, um Deutschland als Industriepartner und Innovationsträger auch in Zukunft attraktiv in der Weltwirtschaft dastehen zu lassen.

Vortrag Wissenforum VDE
2019-10-01T12:28:54+00:00